Erste Schritte: Was kommt nach der Wordpress-Installation?

Deine Wordpress-Installation war erfolgreich, jetzt soll es so richtig losgehen? Super! Aber bevor Du Vollgas gibst, solltest Du einige Dinge beachten bzw. ein paar Einstellungen vornehmen. Welche, zeige ich Dir in diesem Post.

Die wichtigsten Einstellungen

In einem anderen Post habe ich sämtliche Einstellungen, die Wordpress out-of-the-box bietet, näher erklärt. Wenn Du einen Überblick über alle Einstellungen bekommen möchtest, wirf einen Blick in den Post "Die Wordpress-Einstellungen".

Die meisten Voreinstellungen kannst Du so übernehmen wie Wordpress sie vorschlägt. Ein paar wenige sollten wir uns aber etwas genauer anschauen:

Einstellungen > Allgemein > Untertitel

Du kannst bei Wordpress einen Haupttitel und einen Untertitel für Deinen Blog eingeben.

Den Haupttitel hast Du schon während der Installation eingegeben. Er erscheint in den meisten Wordpress-Themes oben im Header-Bereich.

Einige Wordpress-Themes zeigen zudem noch einen Untertitel an. Das kann z.B. ein Slogan sein oder einfach ein kurzer Halbsatz, der Deinen Blog bzw. die Themen Deines Blogs näher beschreibt. Diesen Untertitel konntest Du während der Installation allerdings nicht eingeben. Um das nachzuholen, musst Du in Deinem Wordpress-Administrationsbereich in den Allgemein-Einstellungen recht weit oben schauen.

Einstellungen > Allgemein > Mitgliedschaft: Jeder kann sich registrieren

Ebenfalls in den allgemeinen Einstellungen kannst Du festlegen, ob sich jeder Besucher Deiner Website ein Benutzerkonto anlegen kann.

Wenn Du Wordpress in seiner ursprünglichen Form - also als Blog - nutzt, möchtest Du wahrscheinlich, dass Besucher Kommentare unter Deinen Blogposts hinterlassen. Wenn Du den Haken bei Jeder kann sich registrieren setzt, stellst Du sicher, dass sich jeder Besucher Deines Blogs ein eigenes Benutzerkonto anlegen kann, mit dem er dann u.a. Blog-Kommentare hinterlassen kann.

Du kannst in den Einstellungen > Diskussion natürlich festlegen, dass nicht jeder frisch Registrierte sofort ohne Freischaltung Deinen Blog mit Spam überhäufen kann.

Wenn Du den Haken bei Jeder kann sich registrieren setzt, achte unbedingt darauf, dass darunter die Standardrolle eines neuen Benutzers auf Abonnent steht, um die Sicherheit Deines Blogs zu schützen.

Einstellungen > Lesen > Sichtbarkeit für Suchmaschinen

Wenn Du möchtest, dass Suchmaschinen nicht davon abgehalten werden, Deine Seite zu besuchen und zu indexieren, dann achte darauf, dass der Haken bei Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren gesetzt ist.

Einstellungen > Diskussion > Bevor ein Kommentar erscheint

Jeden Kommentar einzeln manuell freizuschalten, kann auf Dauer eine sehr anstrengende Aufgabe werden. Daher empfehle ich die Einstellung muss der Autor bereits einen genehmigten Kommentar geschrieben haben.

Was bedeutet die Einstellung "muss der Autor bereits einen genehmigten Kommentar geschrieben haben"?

Schreibt ein neuer Benutzer seinen ersten Kommentar, muss dieser Kommentar von einem Administrator - also von Dir - manuell geprüft und freigeschaltet werden. Da dieser Benutzer nun bereits einen vertrauenswürdigen Kommentar geschrieben hat, geht das System - also die Wordpress-Software - erst einmal davon aus, dass alle folgenden Kommentare dieses Benutzers ebenfalls vertrauenswürdig sein werden.

Schreibt dieser Benutzer nach der Freischaltung seines ersten Kommentars zu irgendeinem Artikel auf dem Blog - egal, ob es derselbe Beitrag oder ein anderer ist - einen zweiten, dritten, vierten, ... Kommentar, schaltet Wordpress diesen automatisch frei. Dadurch kannst Du Dir viel Arbeit ersparen.

Wenn Du nun merkst, dass der Benutzer doch einen unpassenden Kommentar oder Spam gepostet hat, kannst Du den Kommentar natürlich nachträglich löschen.

Einstellungen > Permalinks

Wenn Du genauer wissen möchtest, was Permalinks sind und was sie bewirken, empfehle ich Dir, einen kurzen Blick auf den entsprechenden Text in meinem Wordpress-Einstellungen-Post zu werfen.

Du kannst unter verschiedenen Permalink-Formaten wählen. Du solltest die Einstellungen Einfach und Numerisch auf keinen Fall wählen, wenn Du Deinen Blog für Suchmaschinen optimieren möchtest. Außer wenn Du einen geheimen Blog aufsetzt, fällt mir kein Grund ein, warum Du Deinen Blog vor Suchmaschinen verstecken solltest.

Für die meisten Blog empfiehlt es sich, Tag und Name oder Monat und Name auszuwählen. So sieht man auf den ersten Blick, wann der Beitrag veröffentlicht wurde und die URL enthält Keywords, die für die Suchmaschinen wichtig sind.

Beiträge > Erstellen

Das sollten erst einmal die wichtigsten Einstellungen in den eigentlichen Wordpress-Einstellungen gewesen sein. Für ein einfacheres Arbeiten und vor allem aus SEO-Gründen (Suchmaschinenoptimierung) empfehle ich noch zwei weitere Einstellungen an einer anderen Stelle vorzunehmen.

1. Auszug

Wordpress Ansicht anpassen
Oben kannst Du die Ansicht anpassen und "Auszug" auswählen.

Blogposts werden auf der Startseite (Index) abhängig vom ausgewählten Theme (Design) unterschiedlich angezeigt. Bei einigen Themes wird auf der Startseite der komplette Beitragstext jedes Artikels angezeigt.

Bei den meisten Themes wird allerdings nur ein kurzer Auszug (Excerpt) angezeigt. Das hat zum einen optische Gründe: Dein Index sieht einfach aufgeräumter und harmonischer aus. Zum anderen soll dieser kurze Auszug Lust darauf machen, den ganzen Beitrag zu öffnen und zu lesen.

Wenn man den Auszugstext nicht manuell eingibt, werden die ersten x Wörter bzw. Zeichen des Blogtextes angezeigt. Manchmal sind die ersten Worte eines Blogtextes aber nicht unbedingt die besten, um auf der Startseite angezeigt zu werden. Für diese Fälle kann man den Auszugstext manuell anpassen.

Text für den Auszug manuell anpassen

Wenn Du einen neuen Beitrag erstellst oder einen bestehenden Beitrag bearbeitest, öffnet sich das Beitrags-Formular. In diesem Formular kannst Du auch den Auszugstext bearbeiten.

Allerdings ist diese Funktion von Haus aus deaktiviert (warum auch immer...). Sie zu aktivieren geht aber ganz schnell:

Wordpress manueller Auszug
In dieses Textfeld kannst Du den gewünschten Auszugstext eintragen.

Wenn Du Dich in der Neuen Beitrag erstellen-Maske bzw. Beitragbearbeiten-Maske befindest, findest Du rechts oben einen Button Ansicht anpassen. Setze hier den Haken bei Auszug. Zu den anderen auswählbaren Optionen werde ich später sicher noch einen Beitrag erstellen.

Wenn Du jetzt runterscrollst, wird unter dem eigentlichen, großen Textfeld eine neue Box mit dem Titel Auszug angezeigt. In dieser Box gibt es ein kleines Textfeld. Hier kannst Du Deinen ganz persönlichen Auszug eintragen.

2. Überschriften im Textfeld aktivieren

Einen Webseiten-Text (oder Blog-Text) mit Überschriften zu strukturieren, ist ein äußerst wichtiger SEO-Faktor. Die Suchmaschinen bekommen dann ein besseres Bild von der Struktur einer Website bzw. eines Blog-Posts.

Aber auf die richtige Verwendung kommt es an. Es genügt nicht, Überschriften-Text einfach fett zu machen. Das erkennen Suchmaschinen nicht als Überschrift an.

Zum Glück gibt es die HTML-Überschriften H1 bis H6 (wobei H1, H2 und H3 die wichtigsten sind). Aber keine Angst, Du musst jetzt nicht selbst in den HTML-Quelltext Deines Blogposts abtauchen. Es gibt eine einfachere Lösung.

Was sind H1, H2 und H3 - Überschriften und wie funktionieren sie?

Über die erweiterte Werkzeugleiste kannst Du Deinen Blogtext mit Überschriften strukturieren.
Über die erweiterte Werkzeugleiste kannst Du Deinen Blogtext mit Überschriften strukturieren.

Man sollte den Text einer Website oder eines Blogposts in verschiedene Teile mit jeweils eigener Überschrift strukturieren. Das erhöht nicht nur die Lesbarkeit für den menschlichen Leser (niemand liest gerne tausend Wörter, wenn sie nicht strukturiert sind), sondern erleichtert den Suchmaschinen auch, Deinen Text zu verstehen und zu bewerten. Überschriften sind ein gutes Mittel, um Google & Co. auf gutem und legalem Wege zu "manipulieren".<(

H1-Überschriften sind die höchsten und gewichtigsten Überschriften. Sie werden von den Browsern in der Regel auch am größten dargestellt. Meist wird in der H1-Überschrift das Hauptthema der aktuell geöffneten Seite bzw. des geöffneten Blogposts definiert. Die H1-Überschrift zu diesem Blogpost ist "Erste Schritte: Was kommt nach der Wordpress-Installation?".

H2-Überschriften eignen sich gut dazu, den Blogpost in grobe Stückchen zu strukturieren, die jeweils ein Thema innerhalb des Hauptthemes abgrenzen. In diesem Beitrag sind die H2-Überschriften z.B. "Die wichtigsten Einstellungen" und "Welche Plugins sind zu Beginn wichtig?".

Möchte man diese groben Themenblöcke noch weiter strukturieren, nimmt man H3-Überschriften. Diese Textblöcke lassen sich wiederum mit H4-Überschriften unterteilen und so weiter. Aktuell sind sich die SEOs (Suchmaschinenoptimierer) dieser Welt aber recht einig, dass die Überschriften H4 bis H6 keine hohe Relevanz bei den Suchmaschinen haben.

Wie kann ich H1 bis H6-Überschriften in meinem Blogpost verwenden?

Klicke auf das "Werkzeugleiste umschalten"-Icon, um die erweiterte Werkzeugleiste einzublenden.
Klicke auf das "Werkzeugleiste umschalten"-Icon, um die erweiterte Werkzeugleiste einzublenden.

Ärgerlicherweise ist auch diese Möglichkeit standarmäßig nicht aktiviert. Zum Glück ist das aber sehr schnell erledigt.

Direkt über dem Textfeld, in dem Du Deinen Beitragstext schreibst, befindet sich eine Werkzeugleiste, in der Du Text z.B. fett oder kursiv machen oder einen Link hinzufügen kannst. (Achte darauf, dass die Ansicht auf Visuell und nicht auf Text gestellt ist.)

Wenn Du mit dem Cursor über das Icon fährst, das sich ganz rechts in der Werkzeugleiste befindet, sollte die Beschreibung "Werkzeugleiste umschalten" angezeigt werden. Falls "Modus für ablenkungsfreies Schreiben" angezeigt wird, bist Du zu weit rechts. :-) ) Klicke auf dieses Icon und eine weitere Zeile sollte unterhalb der Werkzeugleiste eingeblendet werden.

In dieser zweiten Zeile findest Du ganz links ein Auswahlfeld, in dem vermutlich Absatz steht. Markiere eine Überschrift in Deinem Blogpost und klicke mal auf das Auswahlfeld, in dem Absatz steht. Nun sollte sich ein kleines Menü öffnen, in denen Du sofort die Überschriften 1 bis 6 sieht.

Jetzt kannst Du anfangen, Deinen Blogpost zu strukturieren!

Welche Plugins sind zu Beginn wichtig?

Es gibt Plugins, die sind essentiell. Es gibt Plugins, die sind nice-to-have. Und es gibt Plugins, die braucht kein Mensch. Ich möchte an dieser Stelle Plugins aus der ersten Kategorie zeigen. Detaillierte Beiträge zu jedem Plugin werde ich in Kürze nachliefern.

Yoast SEO

Yoast SEO ist das bekannteste SEO-Plugin für Wordpress. Du solltest es auf jeden Fall installieren und anfangen, Dich ein wenig damit zu beschäftigen. Yoast SEO bietet einige interessante Features:

Readability

Yoast SEO überprüft zum Beispiel, ob Dein Text gut mit Überschriften strukturiert ist und ob Deine Absätze und Deine Sätze zu lang sind.

Meta-Title und Meta-Description

Du kannst direkt unter Deinem Beitrag den Titel und die Beschreibung Deiner Seite überprüfen/editieren. Beides sind wichtige Faktoren für die Position und die Darstellung in Suchmaschinen.

Allgemeine SEO-Faktoren

Yoast SEO überprüft auch, ob Deine Bilder mit wichtigen alt-Attributen ausgestattet sind, wieviele Links vorhanden sind und ob Dein Text länger ist als 300 Wörter.

Überprüfung auf Fokus-Keyword

Du kannst außerdem ein Fokus-Schlüsselwort eingeben und Yoast SEO checkt, ob, wie häufig und in welcher Qualität dieses Keyword in Deinem Beitrag vorhanden ist.

Ich werde demnächst vermutlich einen eigenen Beitrag zu Yoast SEO veröffentlichen, um alle Funktionen ausführlich zu erklären.

WP Smush - Optimierung der Bilder

Ich muss gestehen, ich habe mich noch nicht sehr intensiv mit WP Smush auseinander gesetzt, aber das, was ich bislang kennengelernt habe, überzeugt.

WP Smush optimiert die Bilder, die Du auf Deinen Blog hochlädst, ohne Qualitätsverluste und reduziert die Dateigrößen der Bilder zum Teil erheblich.

Warum sind kleine Bilddateien wichtig?

Die Ladedauer einer Website - und somit auch eines Blogs - ist ein wichtiger SEO-Faktor und wird immer wichtiger. Google achtet mittlerweile sehr stark darauf, wie lange eine Website zum Laden benötigt.

Man kennt das selber ja auch: Braucht eine Website mehrere Sekunden, bevor der weiße Bildschirm verschwindet und Inhalte angezeigt werden, sind wir schneller wieder weg als wir gekommen sind.

Dessen ist sich Google sehr bewusst und versucht daher Suchergebnisse auszuliefern, die schnell geladen werden. Hier findest Du ein sehr interessantes Tool von Google, das eine Website daraufhin durchcheckt, ob sie für Mobilgeräte optimiert ist, wie gut die Ladegeschwindigkeit auf mobilen Geräten ist und wie gut die Ladegeschwindigkeit auf stationären Rechner ist.

Hochladen der Bilder dauert etwas länger

Nicht erschrecken, wenn Du das erste Mal ein Bild hochlädst, wenn WP Smush aktiviert ist, wirst Du vermutlich merken, dass das Hochladen etwas länger dauert als vorher. WP Smush braucht einen Moment, um das Bild zu optimieren. Nach ein paar Sekunden geht's dann aber weiter. Du brauchst also nicht verzweifeln und denken, Wordpress oder Dein Browser wäre abgeschmiert.

Hinweis bzgl. aller Plugins: Achte bitte darauf, dass das Plugin, das Du installieren möchtest, auch mit Deiner Wordpress-Version kompatibel ist. Und zwar vor der Installation. Wenn Du die Detailseite eines Plugins aufgerufen hast, kannst Du auf der rechten Seite sehen, mit welcher Version dieses Plugin kompatibel ist. Deine aktuelle Wordpress-Version findest Du in Deinem Dashboard in der Box Auf einen Blick.

Wie finde das optimale Theme und was muss ich dabei beachten?

Das richtige Theme zu finden und optimal anzupassen, kann ein sehr komplexes Unterfangen werden. Deshalb werde ich in Kürze einen separaten Post zu diesem Thema schreiben.

Bis dahin kannst Du recht gefahrenlos durch die Theme-Datenbank bei Wordpress stöbern und Dir ein schönes Design aussuchen.