Produktiver arbeiten mit der Pomodoro-Technik

Durch den stetig wachsenden Leistungsdruck sind wir immer wieder versucht, die Zeit auszutricksen. Wir arbeiten länger oder lassen die Pausen weg. Dabei haben Studien belegt, dass sich die Produktivität deutlich erhöht, wenn man regelmäßig Pausen einlegt.

Es gibt Arbeitnehmer, die lassen zum Beispiel die Mittagspause ganz ausfallen, damit sie früher Feierabend machen können. Oder Selbstständige, die die Mittagspause ausfallen lassen, um mehr Arbeit erledigen zu können. Das hat allerdings zwei entscheidende Nachteile:

  1. Die Produktivität leidet, d.h. die Qualität der geleisteten Arbeit nimmt – gerade Richtung Feierabend – sehr stark ab.
  2. Zum anderen führen weggefallende Pausen häufig dazu, dass man abends total ausgelaugt auf der Couch liegt und den Feierabend gar nicht genießen kann.

Schon kurze Pausen haben einen positiven Effekt

Studien haben gezeigt, dass der Erholungseffekt in den ersten Minuten der Pause stattfindet. Das heißt, meist reichen schon Pausen von wenigen Minuten, um die Energie und die Produktivität für die kommenden Aufgaben zu steigern. Das lässt darauf schließen, dass viele kurze Pausen sinnvoller sind als wenige lange.

Zudem helfen uns Pausen, den Arbeitstag zu strukturieren. Wenn wir regelmäßige Pausen einplanen, geben wir unserem Tag eine Struktur und erreichen unsere Ziele einfacher.

Die Pomodoro-Technik

Diese Erkenntnisse macht sich die so genannte Pomodoro-Technik zunutze. Entwickelt wurde die Pomodoro-Technik von dem Italiener Francesco Cirillo. Pomodoro ist italienisch und heißt Tomate. Cirillo nutzte für seine neue Technik am Anfang eine Küchenuhr in Form einer Tomate.

Arbeitsabschnitte und Pausen

In der Pomodoro-Technik wird die zu erledigende Arbeit in Arbeitsabschnitte mit einer Länge von jeweils 25 Minuten eingeteilt. Für jeden 25-Minuten-Abschnitt legt man vorher eine oder mehrere zu erledigende Aufgaben fest. Anschließend folgt eine kurze Pause von fünf Minuten. Nach vier Arbeitsabschnitten und Pausen legt man eine etwas größere Pause von etwa 30 Minuten ein, um sich zu regenerieren, zu essen oder z.B. für einen Spaziergang.

Die recht kurzen Arbeitsabschnitte sorgen dafür, dass wir uns intuitiv mehr konzentrieren und produktiver arbeiten, weil wir die vorher festgelegten Aufgaben innerhalb der 25 Minuten unbedingt erledigt haben wollen. Diese Technik hilft uns auch, nach einer Weile besser einschätzen zu können, wie lange wir für welche Art von Aufgabe benötigen.

Fokus ist essentiell

Gloria Mark, Professorin an der University of California in Irvine, forscht über digitale Ablenkungen und hat herausgefunden, dass wir bis zu 23 Minuten brauchen, um uns nach einer Ablenkung wieder auf unsere ursprüngliche Aufgabe zu fokussieren.

Daher ist es ganz wichtig, mögliche Ablenkungen zu minimieren. Setz Dich nach Möglichkeit an einen ruhigen Arbeitsplatz, an dem Dich niemand ständig unterbricht, schalte Dein Telefon in den Flugmodus und schließe Dein E-Mail-Programm, um die möglichen Ablenkungen auf ein Minimum zu reduzieren. So werden die 25-Minuten-Abschnitte ganz von allein deutlich produktiver.

Brauche ich jetzt auch eine Küchenuhr in Tomatenform?

Ja, unbedingt. Anders funktioniert die Technik nicht.

Nein, Quatsch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Pomodoro-Technik anzuwenden:

Küchenuhr

Die ursprünglichste Art und Weise ist die Küchenuhr. Die muss natürlich nicht zwingend wie eine Tomate aussehen.

Countdown-Funktion im Smartphone

Jedes Smartphone hat heutzutage eine Countdown- bzw. Timer-Funktion. Diese kann man gut auf 25 bzw. 5 Minuten einstellen.

Pomodoro-Apps

Für mich persönlich hat sich aber der Einsatz von speziellen Apps als die beste Möglichkeit erwiesen. Ich verwende auf dem Mac den Pomodoro Timer. Dort kann man sogar die Zeiten ändern, falls man z.B. das Gefühl hat, ein 20-Minuten-Abschnitt oder ein 30-Minuten-Abschnitt passt besser. Man kann ebenfalls einstellen, wieviele Pomodori man pro Tag schaffen möchte. Für iOS gibt es ein Pendant.

Fazit

Falls Dein Beruf und Deine Arbeitsweise es ermöglichen, empfehle ich Dir, die Pomodoro-Technik mal für einen Tag oder eine Woche auszuprobieren. Teile Dir Deinen Tag in Halbstunden-Abschnitte (25 min Arbeit + 5 min Pause) und überprüfe am Ende des Tages, ob Du fokussierter und produktiver gearbeitet hast und ob Du Dich weniger müde fühlst.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Technik gemacht.

Quellen: